00:00:00: In dieser Folge tauchen wir tief in die Welt der Yoga-Philosophie ein.
00:00:06: Es mag dann überraschend für dich sein, wie sehr dieses Jahrhundertealte traditionelle
00:00:11: Wissen doch mit unserem modernen Alltag und unserem Alltagsbewusstsein verbunden ist.
00:00:18: Es geht in dieser Folge um das Leid bzw.
00:00:22: die Ursachen für Leiden und Hindernisse, die unsere individuelle Entwicklung beeinflussen.
00:00:29: Bleib also dran, es wird spannend!
00:00:32: Mein Name ist Kerstin Mattmüller und ich heiße dich herzlich willkommen zu meinem Podcast
00:00:48: für Bewusstsein und Spiritualität.
00:00:51: Hier erwarten dich inspirierende Gespräche über den Weg des Yoga als Weg der Erkenntnis
00:01:02: und du erhältst wertvolle Einblicke und auch ganz praktische Tipps und Impulse,
00:01:08: die dich auf deinem ganz individuellen Weg begleiten.
00:01:12: So lass uns gemeinsam auf eine Reise zu einem bewussteren und erfüllteren Leben aufbrechen.
00:01:25: Hallo und herzlich willkommen zu dieser dritten Folge des aktuellen Praxiskurses bzw.
00:01:36: der aktuellen Podcast-Staffel hier.
00:01:38: Es geht ja um das Thema Entwicklung und Veränderung und heute geht es um Leid und Hindernisse
00:01:52: auf unserem Entwicklungsweg.
00:01:54: In meiner Vorbereitung sind ein wenig die Pferde mit mir durchgegangen.
00:02:00: Wieso oft?
00:02:01: Ich habe festgestellt, dass was die Yoga-Philosophie zum Thema Leid und Hindernisse zu sagen hat,
00:02:07: kriege ich unmöglich in eine Podcast-Folge und deswegen habe ich das aufgeteilt.
00:02:15: Es findet also heute Leid und Hindernisse Teil 1 statt und nächste Woche geht es nochmal
00:02:22: weiter Leid und Hindernisse Teil 2.
00:02:25: Es ist ein so komplexes Thema, wenn wir aus der Sicht der Yoga-Philosophie darauf schauen
00:02:32: und ich finde es so schade, es einfach so schnell abzutun.
00:02:36: Weil die Yoga-Philosophie so viel uraltes Wissen hat, was aber heute wirklich wichtiger
00:02:45: denn je ist, würde ich sagen und wir können das auf ganz einfache Weise verständlich machen.
00:02:50: Wenn ich hier von der Yoga-Philosophie rede, dann beziehe ich mich meistens auf das Yoga-Sotra
00:02:59: von Patanjali.
00:03:00: Und ich merke an, dass es mein Verständnis davon ist, so wie ich es für mich verstanden
00:03:08: habe und versuche in mein Leben zu integrieren.
00:03:12: Das heißt also, ich möchte dir auch versuchen auf eine einfache Art und Weise und wie ich
00:03:18: immer sage, alltagstauglich diese wunderbare Philosophie wirklich ans Herz legen und auch
00:03:25: vermitteln, sodass du wirklich in deinem Alltag etwas damit anfangen kannst.
00:03:30: Und es gibt sicher ganz viele Yoga-Prophies, Philosophie-Prophies, auch von denen ich bestimmt
00:03:39: hier viele Bücher habe, die dazu weit aus mehr und noch tiefer und noch tiefer eintauchen
00:03:45: können.
00:03:46: Und mir geht es aber darum, es dir nach nahezubringen, ohne dass du jetzt wirklich dafür Philosophie
00:03:52: studieren musst oder zu sehr eintauchst, sondern einfach nur dieses Wissen darum, dass
00:04:00: die Yoga-Philosophie, dieses uralte Wissen so viel Schätze für uns bereithält in unserem
00:04:07: aktuellen Leben mit unseren aktuellen Herausforderungen.
00:04:10: Also es geht ja um Leid und Hindernisse.
00:04:13: Und in der Yoga-Philosophie werden die Ursachen des Leidens in unserem menschlichen Dasein
00:04:19: "Kleischars" genannt.
00:04:21: Das Wort wirst du jetzt sehr oft hören in dieser Folge.
00:04:24: Die "Kleischars", also das bedeutet, dass Leiden bzw.
00:04:30: dass die Ursachen für Leid, die jeder Mensch in sich trägt.
00:04:35: Also was wir sozusagen mit in die Wiege gelegt bekommen haben.
00:04:38: Darüber hinaus werden wir uns auch noch um konkrete Hindernisse unterhalten, aber erst
00:04:45: in der nächsten Folge.
00:04:46: Also es geht einmal um die Ursachen von Leiden, die jeder Mensch in sich trägt und dann
00:04:52: aber auch um konkrete Hindernisse, die in der Yoga-Philosophie erwähnt werden, die
00:04:57: unseren persönlichen, unserer persönlichen Entwicklung ganz individuell im Wege stehen.
00:05:03: Heute in dieser Folge geht es aber um die "Kleischars", die grundlegenden Ursachen,
00:05:09: warum wir Leiden und warum das unsere persönliche Entwicklung behindert.
00:05:15: Diese Ursachen können wir sagen sind universell in jedem Menschen vorhanden, aber nicht jeder
00:05:24: ist sich darüber bewusst oder ist sich seiner Auswirkungen bewusst.
00:05:29: Und die Philosophie beschreibt fünf grundsätzliche Ursachen, wie Leid entsteht.
00:05:38: Als ich damals mit meiner Yoga-Ausbildung begann, da war die erste für mich bedeutend
00:05:45: Lektion, die ich erhielt folgende.
00:05:50: Es gibt Leid, es gibt Ursachen für Leid und es gibt Wege aus dem Leid.
00:05:57: Ich fand das sehr bedeutend.
00:05:59: Das ist tatsächlich in meiner Kladde von damals steht das ziemlich weit oben und groß angemarkert
00:06:05: und eingekreist und ich habe es nie vergessen, weil mich das sehr, sehr interessiert hat.
00:06:10: Und diesem Weg bin ich weiter gefolgt.
00:06:12: Wie entsteht eigentlich Leiden und warum leiden wir?
00:06:15: Was sagt die Yoga-Philosophie dazu?
00:06:17: Grundsätzlich sagt sie erst mal dazu, wie immer, es geht um Bewusstsein.
00:06:25: Es geht also gar nicht darum, dass wir das jetzt kognitiv erfassen und uns auch vielleicht
00:06:31: wissenschaftlich damit beschäftigen, sondern es geht einfach darum, dass wir uns dieser
00:06:37: Dinge bewusst werden, die uns vielleicht auch im Weg stehen, die Herausforderung.
00:06:42: Patanjali, also der, die Yoga-Sutrin verfasst hat, wie schon gesagt, dieses Standardwerk
00:06:47: im Yoga, welches heute überall noch auch Verwendung findet, auch in modernen Yoga.
00:06:52: Dort wird uns gelehrt, dass wir uns über diese Ursachen des Leidens bewusst werden sollen,
00:07:02: vor allem aber auch, dass wir Respekt zeigen sollen vor ihrer Existenz.
00:07:08: Das heißt also Respekt vor den Kleischers, wie sich diese Ursachen nennen, zu haben,
00:07:14: um ihre reine Existenz nämlich zu akzeptieren.
00:07:18: Das ist also ganz essentiell, wenn wir uns ernsthaft mit Yoga beschäftigen wollen und
00:07:25: eben nicht nur auf der Materium toren wollen.
00:07:27: Das bedeutet diesen Respekt und auch das Wissen um diese Bedeutung dieser Ursachen für uns
00:07:34: verstehen, für unseren ganz individuellen Weg und ja, je nachdem wie weit du gehen magst,
00:07:41: auch für deine ganz eigene spirituelle Entwicklung.
00:07:44: Also deswegen darfst du an dieser Stelle auch schon loslassen, ist schon ein Teil davon,
00:07:51: loslassen, das alles jetzt komplett verstehen zu wollen, sondern nimm dir diese Goldnagels
00:07:58: raus.
00:07:59: Nimm dir das raus, wo du mit in Resonanz gehst und sei es nur ein Wort oder ein Satz, wo
00:08:05: du mehr ... oh, da berührt mich was, da fängt mich irgendwas ein.
00:08:09: Ich erkläre dir jetzt diese fünf Kleischers und auch wie ich sie verstehe und du nimmst
00:08:17: dir das raus, was für dich gerade für deinen aktuellen Weg wichtig ist und das wirst du
00:08:22: merken, indem da was mit dir resoniert.
00:08:25: Das erste Kleischer wird Avitja genannt und das heißt die Unwissenheit und hier geht es
00:08:32: bei der Unwissenheit aus der Sicht des Yoga nicht um Bildung oder fachliches Wissen,
00:08:38: sondern es geht darum nicht zu wissen, wer wir wirklich sind.
00:08:42: Also Unwissenheit darüber unsere wahre Natur nicht zu kennen und wenn du das jetzt so das
00:08:48: erste Mal hörst und dir das nicht sagst, dann empfehle ich dir auch nochmal die Podcast
00:08:55: Folge das wahre Selbst.
00:08:57: Ich glaube es ist die Folge 8, nochmal anzuhören.
00:09:00: Das wahre Selbst.
00:09:01: Dort wird dir nochmal erklärt, worum es eigentlich geht, wenn wir von dem wahren Selbst sprechen
00:09:06: von unserer wahren Natur.
00:09:08: Das heißt eine Ursache von Leid ist die Unwissenheit darüber, wer wir wirklich sind.
00:09:18: Denn wir sind nicht unser Körper, wir sind auch nicht unser Verstand, wir sind nicht unsere
00:09:24: Gefühle und Emotionen, wir sind auch nicht unsere Gedanken.
00:09:27: Wir sind unsterbliche Seelen, wir sind vollkommenes Bewusstsein und mit der Inkarnation hier auf
00:09:36: der Erde haben wir das vergessen.
00:09:37: Wir sind mit der Geburt, können wir sagen, durch ein Tal des Vergessens gewandert und
00:09:43: wissen nicht mehr, woher wir kommen, was unsere wahre Quelle ist.
00:09:47: Wir sind uns unserer Selbst nicht bewusst.
00:09:49: Und das bedeutet, dass wir in einer Illusion leben, in einer Illusion der Trennung von
00:09:57: allem.
00:09:58: Somit leben wir auch in Begrenzung und auch in begrenzten Denkmustern und Verhaltensweisen.
00:10:05: Und das ist eine Ursache für Leid.
00:10:08: Auch wenn uns diese als Ursache als solche nicht bewusst ist, weil du rennst ja nicht
00:10:15: durch die Gegend und sagst, ich leide jetzt daran, dass ich nicht weiß, wer ich wirklich
00:10:19: bin oder woher ich komme.
00:10:21: Das äußert sich ganz anders.
00:10:24: Also das vielleicht leidest du an den Herausforderungen, die wir so haben, an deinem Arbeitskollegen
00:10:30: im Alltag, an deinem Chef, vielleicht an deiner ganzen Arbeitssituation, beruflichen Situation.
00:10:36: Vielleicht leidest du in deiner Partnerschaft.
00:10:38: Vielleicht an alten Konditionierungen, hängst du an alten Glaubenssätzen fest.
00:10:42: Du leidest aus finanziellen Gründen, Mangelgedanken, usw.
00:10:45: All das hätte überhaupt gar keine Bedeutung, wenn wir spirituell erwacht wären.
00:10:53: Also sprich, wenn wir erfahren haben, wer wir wirklich sind, wenn wir uns erinnert haben.
00:10:59: Die Menschen, die hier in unserer jetzigen Zeit spirituell erwacht sind, die die meisten
00:11:05: davon sagen, dass sie keine Trigger mehr haben, also dass sie all das gar nicht mehr in Unruhe
00:11:10: bringt und somit halt auch kein Leid mehr damit haben.
00:11:14: Und an dieser Stelle ist es auch wichtig zu verstehen, dass die Unwissenheit eine Ursache
00:11:21: ist, die wir ja jetzt nicht einfach so ändern können mit ein bisschen Übung.
00:11:26: Und darum geht es auch gar nicht unbedingt.
00:11:28: Es ist wichtig, sie erst mal zu erkennen, als das, was sie ist.
00:11:32: Die Trennung, dass wir getrennt sind und vielleicht auch Schmerz damit zusammenhängt, der im
00:11:40: Alltag auftreten kann.
00:11:42: Das zweite Kläscher, die zweite Ursache, nennt sich Asmita und da geht es nun um das
00:11:48: Ego.
00:11:49: Hier geht es um Identifikation, also dass wir denken, wer wir sind oder annehmen, wer wir
00:11:56: sind und es mit unserem Körper, unseren Emotionen, unseren Gefühlen identifizieren.
00:12:01: Und es ist, eigentlich ist es total absurd, wenn wir da mal drüber nachdenken, wenn wir
00:12:07: das erste Kläscher sagen, wir wissen nicht, wer wir wirklich sind.
00:12:10: Also du weißt nicht, wer du wirklich bist und identifizierst dich aber mit dem, was du
00:12:14: nicht bist.
00:12:15: Und auch hierzu kannst du nochmal die Folge mit dem Geist anhören.
00:12:20: Folge 4 oder Folge 5 müsste es sein, der Geist, da ging es um das Thema mit den Identifikationen,
00:12:29: was dort alles abgespeichert ist in unserem Geist, was wir aber nicht sind.
00:12:33: Also das erste Kläscher, Unwissenheit, erzeugt das zweite Kläscher, das Ego, also die Identifikation
00:12:43: mit dem, was wir nicht sind.
00:12:45: Wenn wir uns mit etwas identifizieren, was wir nicht sind, also dem Ego, dann entstehen
00:12:50: zwei weitere Dinge, die nächsten zwei Kläschers.
00:12:53: Und die nennt sich Raga und Dvesha und das nennt sich Anhaftung und Abneigung.
00:13:02: Also ganz einfach gesagt, haben wollen, nicht haben wollen.
00:13:06: Das eine ist also wie eine, wenn eine Gier, was in Besitz nehmen wollen, das will ich
00:13:12: und das andere will ich nicht, das soll bitte weg.
00:13:14: Das ist also die Annahme, dass uns etwas im Äußeren glücklich macht und genauso, dass
00:13:19: uns etwas im Äußeren unglücklich macht.
00:13:21: Und das erzeugt Leid, eine Ursache für Leid.
00:13:26: Wenn ich das bekomme, was ich will, erzeugt es Freude.
00:13:29: Wenn ich es aber nicht bekomme, erzeugt es Leid.
00:13:31: Wenn ich das nicht bekomme, was ich auch nicht haben will, dann bin ich vielleicht dankbar
00:13:35: und es erzeugt wieder Freude.
00:13:37: Der Kek ist an mir vorübergegangen.
00:13:38: Oh Gott sei Dank, doch wenn ich es dann bekomme, erzeugt es wieder Leid.
00:13:43: Will ich aber wieder das eine, noch das andere und akzeptiere bedingungslos, was ist, kann
00:13:50: Leid gar nicht erst entstehen.
00:13:51: Und hier kann ich wirklich behaupten, hier weiß ich aus eigener Erfahrung, wie diese
00:13:57: beiden Kläschers wirken.
00:13:59: Ich will nicht sagen, ich kämpfe, aber ich beschäftige mich sehr viel und sehr lange
00:14:04: schon mit diesem schwarz-weiß Denken, welches bei mir leider sehr, sehr ausgeprägt ist.
00:14:10: Und natürlich erzeugt es Leid.
00:14:12: Und wir üben das immer in den Yoga Praxisstunden.
00:14:16: Also in einer jeden Praxis-Jogastunde geht es um die Schulung der Achtsamkeit.
00:14:24: Es geht um das Erkennen dieser Polaritäten in uns, also das Erkennen, das wir in dieser
00:14:30: Dualität leben und aber das ständig tun in uns dieses Bewerten.
00:14:34: Und dass wir das eine haben wollen und das andere nicht haben wollen.
00:14:38: Und die Übung besteht darin, dass wenn wir ankommen, am Anfang im Liegen, auf allen
00:14:43: Ebenen, auf die Ebene des Körpers, des Atems und des Geistes und die Empfindung wahrnehmen,
00:14:49: also auch übergehen, in das Fühlen und Spüren im Körper damit beginnen, dann geht es darum,
00:14:55: diese Empfindung, die da sind, wahrzunehmen.
00:14:58: Und dann frage ich, ist da Leichtigkeit oder Schwere?
00:15:02: Vielleicht nimmst du Wärme oder Kälte wahr?
00:15:06: Druck und Anspannung oder Endspannung?
00:15:09: Vielleicht ist da Schmerz, vielleicht ist da Wohlbefinden.
00:15:13: Und dann die Frage, willst du das haben?
00:15:16: Und was willst du nicht haben?
00:15:18: Und kannst du alles Willkommen heißen?
00:15:22: Kannst du alles, was da ist, ob es nun angenehm oder unangenehm, ob du es als angenehm oder
00:15:27: unangenehm bewertest, kannst du alles Willkommen heißen?
00:15:31: Kannst du es akzeptieren, wie es ist?
00:15:34: Es ist, wie es ist, sondern es ist gut so, wie es ist.
00:15:38: Wir üben das in jeder Stunde zu Beginn.
00:15:42: Und viele, die auch schon viele, viele Jahre bei mir sind, kennen das und verstehen jetzt
00:15:47: vielleicht sogar noch viel, viel mehr die Hintergründe.
00:15:51: Es geht nicht nur darum, zu fühlen und zu spüren und achtsam in unserem Körper zu
00:15:56: sein, sondern im Grunde genommen geht es hier um das Erkennen von Raga und Weesha von Anhaftung
00:16:03: und Abneigung, was will ich haben und was will ich weg haben.
00:16:06: Und es einfach zu akzeptieren, wie es ist, bedingungslose Akzeptanz.
00:16:11: Die fünfte Ursache für Leiden nennt sich Abhiniväscher.
00:16:17: Damit ist gemeint, die forcht vor dem Tod.
00:16:22: tiefsitzende Angst vor dem Vergänglichen. Und sie äußert sich natürlich in dem extremen Festhalten,
00:16:32: natürlich nicht nur am eigenen Leben, am eigenen Körper, sondern auch in dem Festhalten an anderen
00:16:42: Menschen, an Beziehungen, an Lebewesen, an Tieren, auch das Festhalten an Dingen und materiellen
00:16:50: Besitztümern und vermeintlichen Sicherheiten sowie aber auch an alten Gewohnheiten. Und meistens
00:16:58: liegt genau dieser Angst die Furcht vor Verlust und Vergehen zugrunde. Die Angst vor dem eigenen
00:17:07: Tod oder vor dem Tod generell führt dazu, dass wir uns an vermeintliche Sicherheiten klammern und
00:17:16: dass wir unsicher sind und auch dass wir unsere Eigenverantwortung abgeben. Auch dass wir uns an
00:17:23: Gewohnheiten klammern und Veränderungen fürchten. Ja und was meine ich auch damit mit dieser Eigen
00:17:30: Verantwortung abgeben? Wenn wir in der Angst sind und das haben viele von uns in den letzten Jahren
00:17:39: ja wirklich erfahren, Angst zu spüren, das hat sich bei jedem auf ganz unterschiedliche Weise
00:17:47: gezeigt. Nehmen wir mal so ein Gedankenspiel, das was wäre denn gewesen, wenn wir in den
00:17:55: letzten Jahren statt in die Angst in die Liebe gegangen wären, in das Vertrauen in die Zuversicht,
00:18:02: wenn wir nicht ständig von ansteckenden Krankheit und Tod gesprochen hätten, sondern eher die Idee
00:18:11: von ansteckender Gesundheit verbreitet hätten, so sagt es Rüdiger Dalke immer sehr schön. Das
00:18:17: Verbreiten von ansteckender Gesundheit hat natürlich eine viel höhere Schwingung und Zuversicht
00:18:23: und Vertrauen und in die Liebe zu gehen, als von ansteckenden Krankheiten zu sprechen und Angst
00:18:29: zu schüren. Angst hat eine ganz niedrige Schwingung, das ist schwer, das ist dunkel. Liebe,
00:18:36: schwingt am höchsten, hat die höchste Frequenz. Und worauf richtest du deinen Fokus? In die Angst
00:18:43: oder in die Liebe? Angst war noch nie ein guter Ratgeber, können wir wirklich sagen. Und die
00:18:52: Angst vor dem Tod, also die Todesfurcht, so wie es hier als Ursache für Leid genannt wird, Abinivecha,
00:18:58: das steht hinter allen Ängsten, die wir haben, wenn wir immer weiter hineingehen und okay und dann,
00:19:06: okay und dann, was soll passieren und dann und dann und am Ende steht immer, so sagt es die
00:19:11: Yoga-Philosophie, die Angst vor dem Tod. Und deshalb ist wohl dieses fünfte und letzte Kläscher wohl
00:19:18: auch eines der wichtigsten. Es behindert uns also in unserer persönlichen Entwicklung und lässt uns
00:19:26: Chancen verpassen. Was wäre denn möglich, wenn wir keine Angst hätten? Wenn wir keine Sorgen hätten
00:19:35: vor Krankheit, finanziellen Verlusten. Was wäre möglich, wenn wir keine Angst hätten vor dem
00:19:41: Verlust von Beziehungen, von dem Verlust von materiellen Dingen, von vermeintlichen Sicherheiten?
00:19:47: Was wäre möglich, ohne die Angst? Und hier schließt sich dann auch wieder der Kreis,
00:19:53: von dem fünften Kläscher, die Angst vor dem Tod, die Todesfurcht, zum ersten Kläscher,
00:20:01: Avitia, die Unwissenheit. Denn wir bräuchten keine Angst vor dem Vergehen und dem Tod zu
00:20:07: haben, wenn wir wüssten, dass wir unsterbliche Seele sind. Die Buddhisten, die feiern den menschlichen
00:20:15: Tod und gehen davon aus, dass es kein Tod gibt, sondern dass nur die Form gewechselt wird. Es wird
00:20:22: auch davon gesprochen, wieder nach Hause zu gehen, nach Hause heim zu kehren, dass das eher ein Grund
00:20:29: zur Freude ist, anstatt zur Trauer. Da wir Menschen aber diese Unwissenheit in uns tragen und alle
00:20:36: weiteren Kläscher, so leiden wir halt auch, unter Unwissenheit, unter dem Ego, unter den Polaritäten
00:20:45: von Anhaftung und Abneigung und unter der Angst vor dem Tod. Die Yoga-Philosophie ist für mich
00:20:52: wie so eine Bedienungsanleitung fürs Leben. Da haben uns die Yogis was überlassen, man könnte auch sagen,
00:20:59: so geht Leben. Und da gibt es diese Ursachen für Leiden und es wäre aber auch nicht eine wirklich
00:21:07: gute Bedienungsanleitung, wenn es nicht auch Wege aus dem Leid aufzeigen würde. Das heißt, was schlägt
00:21:13: Yoga eigentlich vor, um nun diese Ursachen für Leid zu mindern? Und der erste Schritt, wie es der
00:21:20: Yoga-Weg sagt, besteht darin, diese grundlegenden Ursachen zu erkennen und zu verstehen, also
00:21:27: das Wissen darum, dass sie überhaupt existieren. Als zweiter Schritt folgt dann die Auswirkungen auf
00:21:36: unser eigenes Leben zu erkennen und diese Auswirkungen zu mindern. Und ganz konkret schlägt sie dann
00:21:45: weiter vor, nachdem wir es verstanden haben, dass sie existieren, sie erkannt haben, die Auswirkungen
00:21:52: auf unser eigenes individuelles Leben verstanden haben und das mindern dieser Auswirkungen können
00:22:02: wir nun mit dem Üben mit dem Körper, das Üben mit der Atmung, das Üben mit dem Geist. Klingt
00:22:10: vielleicht erstmal etwas banal, aber wenn wir auch da wieder tiefer eintauchen, eigentlich ganz
00:22:17: logisch und das körperliche Üben geht natürlich auch hier wieder weit über das Turn auf der Matze
00:22:24: hinaus. Da geht es grundsätzlich auch darum, wirklich Entspannung zu lernen, den Körper in
00:22:31: eine Entspannung zu führen immer wieder. Da geht es darum, den Körper gut zu nähren, dass er gesund
00:22:39: und vital bleibt. Unsere Nahrung, unsere Lebensmittel tatsächlich haben ja auch Auswirkungen auf
00:22:45: unseren Geist, also das heißt, dass wir nicht in so eine Träghalt hineinkommen und in eine
00:22:51: Dummheit auch im Geiste, sondern dass wir helle Nahrung zu uns nehmen, lichtvolle Nahrung. Also
00:22:58: alles das, was unser, ja wir können sagen, das Körperhaus betrifft, das ist das Üben mit dem
00:23:05: Körper, also nicht nur die Assanas, sondern da gehört noch so viel mehr dazu. Das Üben mit der
00:23:12: Atmung ist klar, Atmen ist praner Lebensenergie und natürlich dürfen wir auch hier lernen,
00:23:18: diese Lebensenergie zu harmonisieren, zu reinigen, zu lenken. Wir sind dafür verantwortlich unsere
00:23:26: Lebensenergie auch in unserem Körper zu halten und somit auch immer wieder zu kräftigen, dass wir
00:23:35: eben nicht in diesen niedrigen Trägen, dumpfen Schwingungen sind, die uns runterziehen, sage ich
00:23:41: jetzt, sondern dass wir die Lebensenergie nutzen und damit tatsächlich richtig üben, um Vitalität
00:23:50: zu schaffen für unseren Körper, für unseren Geist. Lebensenergie ist Lebenskraft, ist Lebenswillen,
00:23:57: ist auch Lebensfreude und all das können wir mit dem Üben mit der Atmung. Das können ganz sanfte
00:24:05: Übungen sein, das müssen gar nicht immer große herausfordernde schwierige Atemtechniken sein.
00:24:12: Wir können damit ganz simpel anfangen und das Mächtigste, was uns aber zur Verfügung steht,
00:24:18: um Kläschers zu ändern, sind die Übungen mit dem Geist. Und das Üben mit dem Geist denken
00:24:24: vieler dann an Meditation und Konzentration und das ist auch absolut richtig und sollten wir viel
00:24:31: mehr in unser Leben integrieren, aber es beinhaltet auch die Selbstbeobachtung, die Selbstreflexion,
00:24:39: Achtsamkeit entwickeln in unserem Reden, in unserem Denken, in unserem Handeln,
00:24:46: wenn wir Tagebuch führen oder journaln, wie sich das jetzt auch immer nennt, also wirklich in
00:24:52: ein eigenes Coaching gehen oder uns Unterstützung holen und uns Coaching lassen, also ganz egal was
00:24:57: immer dir hilft, um mit dir selbst in Kontakt zu kommen, dich selbst immer mehr zu verstehen,
00:25:03: dich selbst zu reflektieren und deine ganz eigenen persönlichen individuellen Themen zu erkennen.
00:25:10: All das ist das Üben mit dem Geist, all das ist Teil des Yoga-Wigs und das unterschätzen ganz
00:25:17: viele. Es geht nicht immer nur um Meditation und irgendwann in einen hohen Bewusstseinszustand zu
00:25:23: kommen, der sich Esamadhinend, sondern viel mehr geht es um das Erkennen deiner selbst. Wer bist du?
00:25:31: Also auch hier als Mensch, welche Gewohnheiten hast du, welche Verhaltensmuster, wie behindern
00:25:38: sie dich, wie unterstützen die dich? Wo sind deine Ressourcen? Was braucht es? Was bringst du mit an
00:25:44: Talenten, Angaben? Du bist individuelle Seele, die natürlich Teil eines großen Ganzes ist,
00:25:51: aber du hast diesen individuellen Teil und kannst ihn auch für dich nutzen. Weiterschlägt der
00:25:56: Yoga-Weg vor sich auch mit dem Wissen zu beschäftigen, also dem alten Yoga-Wissen,
00:26:02: die Vertiefung des Wissens, das heißt auch die Beschäftigung mit diesen Lehren, dieses
00:26:07: uralte Wissen, was uns halt auf unserem Lebensweg unterstützen und helfen kann. Und deswegen gibt es
00:26:16: ja auch diesen Podcast. Wie können wir die Yoga-Philosophie wirklich nutzen als Bedienungsanleitung
00:26:22: für unser Leben? Und natürlich gibt es viele weitere Podcasts, sondern es gibt viele weitere
00:26:27: Lehren, die das gleiche Ziel haben und aber vielleicht gar nichts unbedingt mit dem eigentlichen
00:26:33: Yoga zu tun haben. Du kannst unzählige Bücher lesen, es gibt ganz viele wunderbare Menschen,
00:26:39: gerade jetzt aktuell, es kommen immer mehr, die uns auf wunderbare Art vermitteln und auf ganz
00:26:46: verschiedene Arten ein Wissen vermitteln, welches uns hilft uns zu erkennen in unserem eigentlichen
00:26:54: Sein. Und all das dient, um diese Muster zu erkennen, um diese Gewohnheiten zu erkennen. Was lehmt mich?
00:27:02: Was gibt mir Kraft? Um dann zu akzeptieren und loszulassen oder halt auch zu verändern.
00:27:10: Die Erkenntnis von Polarität, dass das eine auch gar nicht ohne das andere existieren kann,
00:27:16: ist ebenfalls von großer Bedeutung, sagt die Philosophie. Und als wichtigen weiteren Punkt,
00:27:24: auch um unsere Entwicklung zu fördern, geht es darum, die ein Umfeld zu schaffen,
00:27:30: dass dich eben nicht blockiert in deiner Entwicklung, sondern unterstützt. Und das bedeutet,
00:27:37: sich bewusst zu werden, mit wem und was man sich umgibt. Es geht nicht nur um Familie und Freunde,
00:27:46: sondern ja, Person, ja, wie jetzt, dir, deren Podcast du hörst, deren Bücher du liest oder die dich
00:27:51: auf ganz andere Weise inspirieren durch Social Media, Instagram, YouTube, wie auch immer,
00:27:57: das ist dein Umfeld, womit beschäftigst du dich. Und schaffe dir also ein Umfeld,
00:28:03: das dein Wachstum unterstützt und erkenne, wenn dein Umfeld deine Entwicklung blockiert.
00:28:10: Und dann ist es vielleicht auch hier Zeit für Veränderung. Zum Abschluss dieses Themas heute,
00:28:20: den Kläschers, die Ursachen für Leid, möchte ich dir noch einen Text vorlesen.
00:28:26: Der Sathex stammt aus dem Viveka-Heft. Das ist ein Heft, was sich mit Yoga-Philosophie
00:28:31: beschäftigt, überwiegend mit der Yoga-Philosophie. Und es ging dort in dem Artikel aus dem Yoga-Sutren,
00:28:39: was Leid verringert. Wir alle tragen Kräfte in uns, die unser Denken und Handeln immer
00:28:47: wieder verengen und verdunkeln. Diese Tendenzen unseres Geistes, die Kläscher, sind Teil unseres
00:28:57: Menschseins. Jeder Tag, jede Stunde konfrontiert uns auf die eine oder andere Weise mit der Energie
00:29:06: der Kläscher. Wann immer wir uns eng, unglücklich in Leid fühlen, dann ist diesfolge des Wirkens
00:29:16: dieser Kläscher. Die Kraft der Kläscher in uns zu verringern, das ist Inhalt und Ziel von Yoga
00:29:26: als ein Weg persönlicher Entwicklung und spiritueller Erfahrung. Ich hoffe nun sehr,
00:29:34: dass dich diese Folge vielleicht ein bisschen zum Nachdenken gebracht hat, auch in irgendeiner Form
00:29:41: inspiriert hat, dich vielleicht auch berührt hat und wie zu Beginn schon gesagt, schau, was geht
00:29:49: mit dir in Resonanz. Und das ist dein Navi, das ist dein Kompass, dann geht es für dich gerade
00:29:56: da lang. Und alles andere kannst du erstmal beiseite lassen. Das kommt dann schon wieder,
00:30:01: wenn es für dich wichtig ist. Jetzt geht es erstmal darum, vielleicht nur diesen einen Satz oder
00:30:06: diesem Einwort zu folgen und dich damit weiter zu beschäftigen. Ich wünsche dir viel Freude damit,
00:30:14: bei deiner Selbstreflektion, bei dem Erforschen deiner Selbst. Und ich hoffe, wir hören uns
00:30:21: nächste Woche wieder. Bis dann!
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